Wirtschaftlichkeit in der Arztpraxis
Tipps für mehr Ruhe und weniger Sorgen

Krise über Krise - wie können sich Artzpraxen für den Winter rüsten?

Derzeit sieht es nicht unbedingt rosig aus. Arztpraxen sehen sich wegen der steigenden Energiepreise mit vier- bis fünfmal so hohen Stromrechnungen konfrontiert. Die Kassenärztliche Vereinigung geht davon aus, dass sie deswegen Leistungen einsparen müssen und sich Wartezeiten verlängern. Patienten werden gebeten, Decken mitzubringen, damit sie nicht frieren. Dazu kommen Kostensteigerungen durch die hohe Inflationsrate sowie der akute Mangel an ausgebildeten Fachkräften, die viele Praxen an den Rand der Belastungsgrenze bringen. „Wir brauchen jetzt dringend eine steuerfinanzierte Energiekostenzulage für Kliniken und auch für Praxen, da­mit in unseren Gesundheitseinrichtungen nicht buchstäblich die Lichter ausgehen“, sagte sogar BÄK-Präsident Klaus Reinhardt. Wir sprechen mit Markus Wolf, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für privatärztliche Abrechnung dgpar GmbH und Experte im Gesundheitswesen darüber, wie sich Arztpraxen noch für die Wintermonate rüsten können.

Herr Wolf, sowohl die wirtschaftliche als auch personelle Lage der Praxen ist so angespannt wie lange nicht mehr. Was treibt Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber um? Worüber machen sie sich Sorgen?

Markus Wolf: Ich bin jede Woche in ganz Deutschland unterwegs und spreche mit Ärztinnen und Ärzten. Aus meiner Sicht machen sich viele junge Ärzte Gedanken, was gerade passiert. Die Inflation macht sich bemerkbar mit gestiegenen Kosten für Verbrauchsmaterialien. Selbst einfache Medikamente haben Lieferschwierigkeiten. Die aktuelle Energiekrise lässt befürchten, dass es schwierig wird, die Praxen ausreichend zu heizen und z.B.ältere, ganz junge oder schwache Patientinnen und Patienten durch eine Behandlung in kalten Räumen ihr Immunsystem zusätzlich schwächen. Und last but not least der Fachkräftemangel. In vielen Praxen fehlt Personal und die Praxisinhaber und -inhaberinnen machen sich vielfach Gedanken, wie das Praxisteam organisatorisch und finanziell im Lot bleiben kann.

Und auf Patientenseite? Welche Entwicklung beobachten Sie da?

Markus Wolf: Nun, auch die Patientinnen und Patienten spüren die wirtschaftlichen Veränderungen und ändern dahingehend ihr Konsumverhalten. Zudem ist vielfach die Psyche belastet. Hohe Energiepreise, Ukrainekrise, steigende Corona-Zahlen… wir leben in Zeiten von großer Unsicherheit. Die Corona -Pandemie hat gezeigt, dass vielfach notwendige Untersuchungen und Eingriffe verschoben wurden. Zukunftsängste führen generell dazu, dass die Nachfrage nach Selbstzahler-Leistungen und nicht lebensnotwendigen Behandlungen sinkt. Zudem nimmt die Zahl an Patienten, die Ihre Arztrechnungen nicht oder nicht pünktlich begleichen können, zu. Ich bin sehr gespannt, wie Politik und Gesellschaft mit diesen Fragen umgehen werden.

Welchen Tipp würden Sie Praxisinhaberinnen und -inhabern mit auf den Weg geben, um diesem Trend entgegenzuwirken?

Markus Wolf: Übergeordnete Themen wie Krieg und Fachkräftemangel lassen sich natürlich nicht ad hoc lösen. Hier kann ich nur wenig beitragen. Was wir bei der dgpar aber auf jeden Fall können, ist die Praxen in ihrer Wirtschaftlichkeit zu unterstützen. Denn viele Ärzte haben Schwierigkeiten, das volle wirtschaftliche Potenzial ihrer Arztpraxis auszuschöpfen und gefährden damit die Stabilität ihres Unternehmens. Das zeigt auch unsere laufende Studie, die belegt, dass viele Rechnungen in Arztpraxen unvollständig bzw. fehlerhaft sind. Hier bieten wir gerne unsere GOÄ-Analyse an und zeigen anhand von 10 anonymisierten Arztrechnungen dezidiert verborgenes Verbesserungspotential auf, das zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Praxis führt.

Welches sind denn die häufigsten Fehler, die Sie bei der privatärztlichen Abrechnung entdecken?

Markus Wolf: Bei 43% dieser beanstandungswürdigen Rechnungen ist das schlichte Fehlen von nachweislich erbrachten Leistungen Grund für den Honorarverlust. Hiervon sind 60% auf eine fehlerhafte GOÄ-Kodierung der Dokumentierenden zurückzuführen. Die verbleibenden 40% entstehen durch eine unvollständige bzw. lückenhafte Dokumentation bzw. durch Kommunikationsdefizite zwischen Therapeut:innen und Dokumentator:innen. 57% der aufgefallenen Rechnungen weisen Monierungen von Kostenträgern auf, die zum Großteil auf Tarifausschlüsse zurückzuführen sind.

Und was ist ihrer Meinung nach nötig, um eine Praxis finanziell (wieder) auf die Erfolgsspur zu bringen?

Markus Wolf: Geduld und Spucke sowie ein gutes Netzwerk an verlässlichen Partnern. Dazu gehört z.B. auch eine Kooperation mit der dgpar oder ein gutes Gläschen Wein. Das hilft aktuell mehr denn je – und zwar allen Beteiligten 😉.

Ansonsten empfehle ich auch das Honorarmanagement mit einer Sofortauszahlung mit 100 Prozent Ausfallschutz (das echte Factoring) – und das ab der ersten Rechnung. Das bedeutet: Die Praxis hat ihren Umsatz sofort auf dem Konto verfügbar, schafft Liquidität und somit Sicherheit. Außerdem ergeben sich so neue Möglichkeiten, beispielsweise durch die erhöhte Liquidität Skonti bei Anschaffungen zu nutzen. Das schafft dann auch noch echten Mehrwert. Die Praxis erhält Planungssicherheit – und als Konsequenz Handlungsspielraum. Das ist gerade in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein großes Plus.

Wir bei der dgpar bieten unseren Kunden auch die durchgängigen Beitreibung von ausstehenden Rechnungen durch ein angeschlossenes Inkassounternehmen an. Mittels unseres Ärzteportals können Ärzte medienbruchfrei die entsprechenden Daten für eine (vor-)gerichtliche Beitreibung auswählen und so die Außenstände verringern und die Liquidität erhöhen.

Besteht die Möglichkeit, die Leistungen der dgpar zu testen, bevor man sich final entscheidet?

Markus Wolf: Wir sind natürlich von unserer Fachkompetenz und Servicequalität überzeugt. Aber viele Praxen, die aktuell noch selbst abrechnen, äußern den Wunsch, unsere Abrechnungsleistungen zu testen. Bei der dgpar bieten wir eine GÖÄ-Analyse an. Hier untersuchen wir 10 anonymiserte Originalrechnungen einer Praxis auf mögliches Optimierungspotential und besprechen mit den Praxisverantwortlichen die Ergebnisse im Detail durch. Interessierte Praxen können sich jederzeit bei uns melden.

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Und zum Schluss der Blick über den Tellerrand: Was bewegt die dgpar GmbH in der Zukunft?

Markus Wolf: Unser Haupttreiber ist derzeit die Digitalisierung. Wir wollen den Praxisalltag rund um die privatärztliche Abrechnung einfacher, schneller und effizienter machen. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden ständig neue Serviceangebote, die die Arbeitsschritte vereinfachen. Angefangen von einem modernen und innovativen Kundenportal, das zahlreiche betriebswirtschaftlich relevante Auswertungen ermöglicht, über das digitale Patienten-Onboarding bis hin zu automatisierten Abläufen beim Versand von Sachkostennachweisen oder der Adresskorrektur – unser Ziel ist es immer, dass unseren Kunden die Privatliquidation Freude bereitet. Und um das zu gewährleisten, stehen wir auch ongoing in einem engen Austausch mit unseren Kunden und deren Bedarfen. Hier sind derzeit auch noch zahlreiche neue digitale Services in der Entwicklung.

Darauf sind wir sehr gespannt! Herzlichen Dank für dieses spannende Gespräch.

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Zur Person

 

Markus Wolf

Markus Wolf ist Geschäftsführer der dgpar GmbH. Das deutsche Gesundheitswesen ist ihm seit vielen Jahren vertraut. Seine profunde Kenntnis des Zusammenspiels von Leistungserbringern und Kostenträgern im Gesundheitswesen setzt er als Geschäftsführer der dgpar GmbH zum Wohle seiner Kunden und Geschäftspartner ein.