Sommerzeit ist Akutzeit.
Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Zahl der kurzfristigen Behandlungen in der Praxis – ob nach einem Insektenstich, Sonnenbrand oder kleineren Verbrennungen vom Grill. Gerade bei Privatpatient:innen wirft das häufig Fragen auf: Welche GOÄ-Ziffern passen? Was tun bei Komplikationen oder Wochenendterminen?
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie die häufigsten sommerlichen Notfälle GOÄ-konform und wirtschaftlich korrekt abrechnen – kompakt, praxisnah und mit Hinweisen zu Sonderfällen.
Nicht jeder Insektenstich ist harmlos.Insektenstiche – insbesondere durch Wespen oder Bienen – können eine Vielzahl an Beschwerden auslösen, die für die medizinische Abrechnung relevant sind. Neben lokal begrenzten Hautreaktionen wie geröteten, entzündeten Quaddeln oder Schwellungen mit Spannungsgefühl und Juckreiz, können auch systemische Symptome auftreten wie Fieber, Übelkeit, Lymphknotenschwellungen, Gelenk- oder Gliederschmerzen, sowie Abgeschlagenheit.
Bei Patienten mit entsprechender Allergieneigung sollte auch an die Möglichkeit eines anaphylaktischen Schocks gedacht werden – ein medizinischer Notfall, der eine umfassendere diagnostische und therapeutische Abbildung in der GOÄ erlaubt.
Insbesondere bei allergischen Reaktionen oder sekundären Infektionen ist eine differenzierte Behandlung und damit auch Abrechnung erforderlich.
Typische GOÄ-Ziffern:
Nr. 7 GOÄ: Vollständige körperliche Untersuchung, z. B. bei unklarer Allgemeinreaktion
Nr. 252 GOÄ: Injektionen (ggf Kortison sc) oder
Bei Komplikationen:
Bei systemischen Reaktionen können je nach Schweregrad weitere Ziffern für Infusionen, Injektionen, Kreislaufüberwachung oder Notfallbehandlung zum Tragen kommen.
Nicht jeder Sonnenbrand ist ein Fall für die GOÄ – aber sobald die Beschwerden behandlungsbedürftig sind, sollten sie auch entsprechend abgerechnet werden.
Mögliche Ziffern:
Nr. 1 GOÄ: Beratung
Nr. 5 GOÄ: symptombezogene Untersuchung oder
Nr. 530 GOÄ: Kühlpack
Wichtig: Auch Folgebehandlungen (z. B. täglicher Verbandswechsel) sind berechnungsfähig.
Kleinere Verbrennungen gehören ebenfalls zu den typischen Sommerdiagnosen. Hier kann die GOÄ-Logik der kleinen Chirurgie greifen:
GOÄ-Ziffern je nach Ausmaß:
Nr. 2000 GOÄ: Wundversorgung (nicht neben Ziffer 200!) oder
Bei Infektion oder Sekundärheilung: ggf. mikrobiologische Diagnostik + entsprechende Ziffern ergänzen.
Wichtig für Ihre Abrechnung:
Wenn die Behandlung außerhalb der regulären Sprechzeiten erfolgt – also z. B. samstags, sonn- oder feiertags – dürfen Sie Zuschläge berechnen, sofern die Behandlung in Praxen und ärztlichen Bereitschaftsdiensten stattgefunden hat (Kliniken dürfen diese Zuschläge nicht ansetzen).
GOÄ Nr. A: Behandlung außerhalb der Sprechstunde
GOÄ Nr. B: Behandlung 20-22 Uhr und 6-8 Uhr
GOÄ Nr. C: Behandlung 22-6 Uhr
GOÄ Nr. D: Behandlungen Samstag, Sonntag und Feiertage
GOÄ Nr. K1: Behandlung von Kinder bis zum vollendeten 4. Lebensjahr (abrechenbar bei GOÄ Ziffer 5-8)
Steigerungsfaktoren:
Je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand und Umstände der Behandlung können Steigerungsfaktoren bei den GOÄ-Ziffern angewendet werden. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Steigerungsfaktoren.
Sachkosten:
Sachkosten wie Verbände, Medikamente oder Testmaterialien dürfen mit Nachweis separat berechnet werden.
❌ Zu niedrige Steigerungssätze bei Notfällen
❌ Falsche Kombination von Ziffern
❌ Keine Dokumentation der Dringlichkeit
❌ Fehlende Zuschläge bei Wochenendbehandlung
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