1. Unvollständige oder unklare Dokumentation
Leistungen werden erbracht – aber nicht ausreichend dokumentiert.
Besonders häufig betroffen:
- Beratungsdauer
- Gesprächsinhalte
- Begründungen für erhöhte Steigerungssätze
👉 Problem: Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht erbracht.
Praxis-Tipp:
- Dokumentieren Sie zeitnah und strukturiert
- Halten Sie Dauer und Besonderheiten stichpunktartig fest
- Denken Sie: Dokumentation ist die Grundlage Ihrer Abrechnung
2. Falscher oder pauschaler Steigerungssatz
In vielen Praxen wird standardmäßig mit dem 2,3-fachen Satz gearbeitet – unabhängig vom tatsächlichen Aufwand.
Dabei gilt:
- Unterhalb des Schwellenwerts wird Potenzial verschenkt
- Oberhalb des Schwellenwerts fehlt oft die Begründung
👉 Wichtig:
Jeder Steigerungssatz über 2,3 benötigt eine individuelle, patientenbezogene Begründung.
Beispiel:
Statt „erhöhter Zeitaufwand“ besser:
„Aufwendige Beratung bei multimorbidem Patienten mit komplexer internistischer Vorgeschichte“
3. Falsche Analogabrechnung (§ 6 Abs. 2 GOÄ)
Neue oder nicht eindeutig geregelte Leistungen werden:
- ohne Kennzeichnung abgerechnet
- oder mit unpassenden Ziffern angesetzt
Praxis-Tipp:
- Wählen Sie eine vergleichbare Leistung (Zeit, Schwierigkeit, Inhalt)
- Kennzeichnen Sie diese korrekt mit „A“
- Ergänzen Sie eine klare Beschreibung
4. Unzulässige Kombination von Leistungen
Ein häufiger Fehler:
Leistungen werden kombiniert, obwohl sie laut GOÄ nicht nebeneinander berechnungsfähig sind.
Beispiele:
- Beratungs- und Untersuchungsziffern in unzulässigen Kombinationen
- Doppelte Abrechnung von Teilleistungen
👉 Folge: Kürzungen durch Versicherer
Praxis-Tipp:
- Arbeiten Sie mit Kombinationsübersichten
- Prüfen Sie Abrechnungen systematisch auf Ausschlüsse
5. Fehlende Begründungen über dem Schwellenwert
Leistungen werden korrekt gesteigert – aber ohne ausreichende Begründung eingereicht.
👉 Versicherer kürzen dann häufig automatisch.
Praxis-Tipp:
- Begründungen immer konkret und patientenbezogen formulieren
- Kurz und präzise statt allgemein
6. Veraltete Routinen in der Abrechnung
Viele Abrechnungen erfolgen nach dem Prinzip:
„So haben wir das schon immer gemacht.“
👉 Problem:
- neue Empfehlungen werden nicht berücksichtigt
- aktuelle Rechtsprechung bleibt ungenutzt
7. Unklare oder schwer verständliche Rechnungen
Patient:innen verstehen ihre Rechnung nicht.
Typische Gründe:
- medizinische Fachbegriffe ohne Erklärung
- fehlende Klartexte
- nicht nachvollziehbare Steigerungen
👉 Folge:
- Rückfragen
- verzögerte Zahlungen
- Vertrauensverlust
Praxis-Tipp:
- Formulieren Sie verständlich
- Nutzen Sie Klartextleistungen
- Transparenz erhöht Zahlungsbereitschaft